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27. August 2025 I Die Anwendung von neuen Bauprodukten und -verfahren, die noch nicht durch Regelwerke bzw. allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen abgedeckt sind, benötigen eine Zustimmung im Einzelfall (ZiE) durch die Baulastträger.
Das Referat "Brücken, Tunnel- und Ingenieurbauwerke" im Fernstraßen-Bundesamt (FBA) hat die Aufgabe zur Nachverfolgung von ZiEs im Bereich des Ingenieurbaus, um Erfahrungen zu sammeln und Erkenntnisse für künftige Vorhaben und die Weiterentwicklung von Regelwerken zu nutzen.
An der A9 bei Bayreuth wurde erstmals Ultrahochleistungsfaserbeton (UHFB) als Verstärkung und als gleichzeitiger Fahrbahnbelag für eine Brückeninstandsetzung eingesetzt. Da es für UHFB in Deutschland noch kein gültiges Regelwerk bzw. keine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung gibt, war eine ZiE erforderlich, die vom Bundesverkehrsministerium (BMV) auf Antrag der Autobahn GmbH des Bundes (Niederlassung Nordbayern) erteilt wurde.
Besondere Eigenschaften des UHFB sind der geringe Wasser-Zement-Wert (w/z = 0,1 – 0,2), die kurze Verarbeitungszeit und der schnelle Festigkeitsanstieg. Die Zugabe von Stahlfasern (bis zu 250 kg/m³) verhindert sprödes bzw. unangekündigtes Materialversagen, und erhöht die Abrieb- und Nachrissfestigkeit. Bereits nach zwei Tagen erreicht der Beton eine Festigkeit, die der „normale“ Beton erst nach 28 Tagen hat.
Die Baustellenbegleitung ermöglicht es, Eindrücke zu sammeln, um offene Fragen für den zukünftigen Einsatz von UHFB zu klären. Dazu zählen beim UHFB insbesondere Maßnahmen zur Qualitätssicherung wie die Lagerung der Ausgangsstoffe, Zeitmanagement und Einbaubedingungen. Diese Erfahrungen werden dokumentiert und für weitere Baumaßnahme zur Verfügung gestellt.
Derzeit liegen dem FBA über 200 ZiEs vor. Deren Nachverfolgung ist ein wichtiger Schritt, um Neuentwicklungen bei Baustoffen und Verfahren zu begleiten. Ziel ist es, die Grundlagen für die Regelwerkanwendung zu schaffen, damit Neuentwicklungen sicher, dauerhaft und nachhaltig im konstruktiven Ingenieurbau etabliert werden können.